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Design your life oder alles Schicksal?
Ein Projekt des Gymnasiums an der Hamburger Straße und dem LIS Bremen – Gesundheit und Suchtprävention in Kooperation mit der Wilden Bühne e.V.

Gerade der Übergang zwischen Mittel- und Oberstufe ist für Schülerinnen und Schüler eine intensive und bewusste Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Erwartungen und Trends. Diese gilt es in Zusammenhang und Einklang mit eigenen, sich immer klarer herausformenden Lebensvorstellungen zu bringen.

Mit Erwartungen umgehen, Chancen erkennen und ergreifen, eigene Kompetenzen und Grenzen erfahren und reflektieren, um auf dieser Grundlage, Entscheidungen für das eigene Leben zu treffen. Dies stellt ein zentrales Thema für unsere Schülerinnen und Schüler im ersten Jahr der Oberstufe dar.

Wir möchten unsere Schülerinnen und Schüler auf diesem Weg unterstützen, fördern und fordern. Sie sollen im geschützten Lebensraum Schule individuelle Handlungsmöglichkeiten erarbeiten können und die Erfahrung machen, dass sie als aktiver Teil diesen Lebensbereich für sich und im Sinne der Schulgemeinschaft gestalten können.

Im Juni 2011 haben Schüler der Einführungsphase erstmalig an diesem Projekt teilgenommen und in kreativen Workshops in Bild, Schrift und auf der Bühne, Antworten zu ihrem Leben entwickelt.

Hier sind einige ihrer Ergebnisse:

Im Rahmen des Workshops „Kreatives Schreiben“ entstanden diese beiden Schülerarbeiten. Das kreative Schreiben bietet die Möglichkeit, sich mit den eigenen Themen auseinanderzusetzen, beim Schreiben ist alles erlaubt

Es war Sonntagabend und das Wochenende war mal wieder viel zu kurz gewesen, morgen schon musste ich wieder zur Schule. Ich musste mich bettfertig machen, wie jeden Tag ging ich ins Bad um meine Zähne zu putzen. Irgendwie war ich heute noch mutloser und erschöpfter als sonst gewesen, mein Leben schien so perspektivlos und sinnlos. Im Bad geschah dann etwas sehr komisches und beängstigendes. Ich war mir nicht sicher, ob das, was geschah wirklich passierte oder einfach nur von dem Stress herrührte, den ich verspürte. Auf jeden Fall fing mein Badezimmerspiegel plötzlich an, mit mir zu reden.
„Sieh dich an“, sagte er zu mir, „bist erst 17 und tust gerade so, als wenn die Last der ganzen Welt auf deinen Schultern liegen würde. Warum genießt du nicht einfach dein Leben. Ich sehe dich tagein tagaus wie du vor mir stehst, deine Mundwinkel herunterziehst und ein Gesicht wie drei-Tage-Regenwetter machst. Glaube mir Kind, ich habe deine Zukunft gesehen und mit der Einstellung, mit der du dein Leben im Moment angehst, sieht die alles andere als rosig aus. Sieh doch mal das Positive an deinem Leben, versuche nicht immer alles sofort zu ernst zu nehmen. Lebe!“
Nach anfänglichem Schockzustand erwachte ich allmählich aus meiner Starre und wurde wütend. Was wusste ein blöder Spiegel schon von meinen Problemen?! Das sagte ich ihm auch. Er erwiderte: „Betrachte doch dein Spiegelbild mal genauer.“, und so schnell wie der Spiegel angefangen hatte zu sprechen, verstummte er auch wieder. Ich tat wie mir empfohlen und nachdem ich mich einmal genauer betrachtet hatte, musste ich erschrocken feststellen, dass der Spiegel nicht ganz Unrecht hatte. Ich sah eher aus als wäre ich Mitte 20 und nicht 17, und bildete sich etwa auf meiner Stirn eine Sorgenfalte? Bevor ich mich weiter in meinem erschreckenden Spiegelbild hineinsteigerte, wachte ich auf einmal schweißgebadet in meinem Bett auf. Ein Traum. Aber war es wirklich nur ein Traum? Ich auf jeden Fall werde mein Leben nun neu gestalten, ich möchte später mit 30 nicht aussehen als wäre ich 50. Ich habe einen Traum und einen sprechenden Spiegel gebraucht, um das zu erkennen.

B. E., 17 Jahre

Es waren einmal zwei kleine Rotkäppchen
Bei einem Besuch bei der Oma, schickte sie die beiden kleinen Rotkäppchen los, um das Glück zu suchen.
Sie gingen in den Wald - hinaus ins Leben. Den Weg durch den Wald konnten sie nicht immer klar erkennen, sodass sie vom Weg auch abkamen. Die Bäume sahen sich sehr ähnlich und Steine versperrten ihnen den Weg.
Irgendwann trafen sie auf den Wolf. Dieser versprach ihnen, den Weg zum Glück zu zeigen. Jedoch schien der Weg ein anderer zu sein, als die Oma empfohlen hatte.
Das eine Rotkäppchen war begeistert und folgte dem Wolf bereitwillig. Das andere erinnerte sich an die Empfehlung der Omi und wollte zurück, um den richtigen Weg zu finden. Der Wolf bemerkte das Misstrauen des einen Rotkäppchens und redete auf sie ein, um sie von seinem Weg zu überzeugen. 
Sie fällte eine Entscheidung: Sie ging zurück, um nach dem Weg zu fragen. 
Die Wege der Rotkäppchen trennten sich.
Die freundlichen Tiere des Waldes halfen dem einen Rotkäppchen, um den Weg wieder zu finden. Das andere verschwindet im Wald und wurde nie wieder gesehen. Mit der Hilfe der Tiere fand das eine Rotkäppchen den Weg zum Glück, dass sie dann zur Oma bringt. 
Der Wald ist der Weg durch das Leben, den jeder gehen muss. Wir alle sind kleine Rotkäppchen, die das Glück suchen und Entscheidungen treffen müssen.
Die Oma symbolisiert die Unzufriedenheit, die uns dazu bringt, das Glück zu suchen. Der Wolf begegnet einem, wenn man Entscheidungen treffen muss.
Die zwei Rotkäppchen haben unterschiedliche Entscheidungen getroffen - so wie auch jeder andere Entscheidungen trifft als sein Freund. So kann man Freunde verlieren, aber auch neue finden. Die Tiere stellen die Familie oder die unterstützenden Freunde dar. Sie bringen einen auf den richtigen Weg. 
Jeder Weg ist anders, aber eines bleibt gleich: Wir alle gehen einen Weg, suchen den richtigen und auch das Glück. Einige finden es, andere nicht.

L.-M. E., 16 Jahre
 

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